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Migräne: Mehr als Kopfschmerz

Kopfschmerzen kennt wohl jeder: manchmal ist es ein Hämmern hintern den Schläfen, mal ein dumpfer Druck oder ein stechender Schmerz. Kopfschmerzen sind in ihrer Erscheinung sehr unterschiedlich – wer an Migräne leidet, weiß dies nur zu gut. Doch was genau ist Migräne und wo liegt der Unterschied zum Kopfschmerz?

Was ist Migräne?

Kopfschmerzen hat fast jeder: Etwa 90 Prozent aller Menschen verspüren im Lauf eines Jahres einmal oder häufiger einen dumpfen oder stechenden Schmerz. Eine Begebenheit, die normal ist und zunächst nicht weiter bedenklich. Erst, wenn die Kopfschmerzen häufiger auftreten, ist ärztliche Hilfe gefragt, um der Ursache für die Kopfschmerzen auf den Grund zu gehen. Einerseits ist es möglich, dass der Kopfschmerz als reines Symptom einer Erkrankung auftritt. Andererseits kann der Kopfschmerz selbst die Erkrankung sein, was als primärer Kopfschmerz bezeichnet wird – und zu dem die Migräne zählt. Was ist nun Migräne genau?

Definiert wird die Migräne durch anfallsartige Kopfschmerzen, die immer wiederkehren. Der Schmerz lässt sich dabei häufig auf einer Kopfhälfte lokalisieren, kann sich im Verlauf der Migräneattacke aber auch ausdehnen. In der Regel wird die Attacke von anderen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit begleitet. Wie lange ein solcher Migräneanfall anhält, ist recht unterschiedlich, von wenigen Stunden bis zu drei Tagen. Ebenso verschieden ist, wie oft eine Migräne auftritt: Manche Menschen leiden nur ein- oder zweimal im Jahr daran, andere mehrmals monatlich oder fast täglich.

 

 

Auf einen Blick: Die Symptome einer Migräne

  • wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen
  • häufig einseitig lokalisierter Schmerz (pochend, pulsierend oder stechend)
  • typischerweise werden die Kopfschmerzen bei körperlicher Anstrengung schlimmer
  • meist begleitet von anderen Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu (Photophobie), Lärmempfindlichkeit (Phonophobie) oder Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen (Osmophobie)

Wie entsteht eine Migräne?

Die Frage „was ist Migräne?“ lässt sich noch relativ einfach beantworten: eine neurologische Erkrankung, bei der die Nervenzellen der Hirnrinde überempfindlich sind und es deshalb schwerfällt, das Gehirn vor Reizüberflutungen zu schützen. Trotz zahlreicher Untersuchungen sind aber noch immer nicht alle Vorgänge geklärt, die bei einem Migräneanfall im Gehirn ablaufen. Zwar ist die Ursache einer Migräneattacke noch nicht ausreichend verstanden, allerdings kennt man bestimmte Auslöser für Migräneattacken, sogenannte Trigger.

Von Stress über Schlafmangel bis hin zum Wetterwechsel – die Trigger können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Den persönlichen Migräneauslöser zu kennen ist für die Diagnose und anschließende Therapie ein wichtiger Schritt. Ein Migränekalender kann Patient und Arzt bei der Suche unterstützen.

Behandlung und Selbsthilfe bei Migräne

Menschen mit Migräne sollten sich bewusst sein, dass es sich nicht nur um harmlose Kopfschmerzen handelt – ein Irrtum, der sich hartnäckig hält. Mit Aufklärungsarbeit und ausreichender Information lässt sich dem begegnen. Nur wer über die Erkrankung Bescheid weiß, kann die richtige Therapie wählen – und das rechtzeitig. Lautet die Diagnose „Migräne“ haben Patienten verschiedene therapeutische Möglichkeiten – mit und ohne Medikamente.

Die individuelle Therapie ist dabei immer abhängig vom Schweregrad der Migräne. Einigen Patienten hilft es bereits, wenn sie selbst aktiv werden und kleine Veränderungen in ihren Lebensgewohnheiten vornehmen: An vorderster Stelle steht in der Regel das Vermeiden des persönlichen Triggers, aber auch eine Umstellung der Ernährung kann sich auszahlen. Sind die Maßnahmen nicht erfolgreich, stehen Migräne-Patienten Medikamente und pflanzliche Arzneimittel zur Verfügung. Diese können sowohl im akuten Fall als auch zur Vorbeugung von Migräneanfällen angewandt werden. Welche Mittel sich für wen eignen, sollte vorab mit einem Arzt besprochen werden.

Migravent

Zur diätetischen Behandlung
der Migräne

mehr Infos

1www.dmkg.de/files/dmkg.de/patienten/Download/migraeneinfo.pdf [Stand 19.06.2017]

2Gaul, Charly; Totzeck, Andreas; Nicpon, Anja; Diener, Hans-Christoph: Patientenratgeber Kopfschmerzen und Migräne; Berlin 2014