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Kopfschmerzen und Hausmittel

Eine positive Lebenseinstellung bei häufigen Migräneattacken zu erhalten, ist eine große Herausforderung. Aber machbar.

Ursachen für Kopfschmerzen gibt es viele. Wetterschwankungen, Stress oder Verspannungen mehr können die Beschwerden auslösen. Während bei Migräne der Schmerz meist als pulsierend oder pochend beschrieben wird, ist der Spannungskopfschmerz dumpf und drückend – ein Gefühl wie im Schraubstock. Im Gegensatz zu diesem „normalen“ Kopfweh ist bei Migräne eine Schmerzverstärkung bereits bei leichter körperlicher Anstrengung oder beim Bücken zu beobachten. Auch die bei Migräne typischen Symptome wie Übelkeit und Erbrechen treten bei Spannungskopfschmerzen normalerweise nicht auf.

Bei leichten Beschwerden, die gelegentlich auftreten, sind Hausmittel ideal. Bei starken oder wiederkehrenden Kopfschmerzen sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Hausmittel bei Kopfschmerzen helfen oft ohne Nebenwirkungen

Akupressur

Etwa daumenbreit oberhalb der Augenbraue lässt sich eine Vertiefung ertasten, die schmerzempfindlicher ist als ihre Umgebung: „Yang-Weiße" (Gallenblasenpunkt 14). Diesen Punkt auf beiden Seiten etwa 1 bis 2 cm nach rechts, links und oben mit leichtem Druck massieren, etwa siebenmal pro Seite. Bei Bedarf wiederholen.

Ein weiterer hilfreicher Akupressurpunkt bei Kopfschmerzen: Massieren Sie den Energiepunkt „Tai Yang“ in der Schläfengrube beidseits im Uhrzeigersinn. Dabei die Augen nach oben, unten und seitlich rollen.

Eine Tasse Espresso Kaffee und Zitronenscheiben gegen Kopfschmerzen
Espresso Kaffee mit Zitrone gegen Kopfschmerzen

Espresso mit Zitrone

Bei beginnenden Kopfschmerzen sofort einen Espresso (ersatzweise eine Tasse starker Kaffee) mit dem Saft einer halben Zitrone trinken. Das Koffein verengt die Blutgefäße und hemmt Entzündungsstoffe, die Zitrone fördert die körpereigene Schmerzdämpfung. Wirkt oft überraschend gut. Wichtig: Trinken Sie den Espresso ohne Süßungsmittel!

Wärme- und Kälteanwendungen

Bei Kopfschmerzen den Kopf mit kalten Umschlägen kühlen. Wer es verträgt kann auch eine Eispackung nehmen. Wichtig: Coldpack in ein Tuch packen.

Eine Eiswasserkompresse wirkt ableitend und entspannend. In eine Schüssel mit kaltem Wasser und Eiswürfeln ein mehrfach gefaltetes Baumwolltuch tauchen, leicht ausdrücken und auf die schmerzende Stelle legen. Mit einem weiteren Tuch fixieren. Kompresse erneuern, sobald sie warm geworden ist. Bei Bedarf mehrmals wiederholen.

Ein ansteigendes Armbad (von 35 °C auf 40 bis 42 °C innerhalb von 15 Minuten) bewirkt eine reflektorische Gefäßerweiterung und Kreislaufentlastung. Diese Anwendung hilft auch bei Erkältungskopfschmerz, weil sie den Schleim löst.

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Heilpflanzen und Homöopathie

Eine Studie hat gezeigt, dass reines Pfefferminzöl äußerlich angewendet ebenso wirksam wie Paracetamol bei Spannungskopfschmerzen ist. Achten Sie unbedingt auf eine gute Qualität des Öles. Pfefferminzöl in langsam kreisenden Bewegungen auf die Schläfe und Stirn massieren und danach mindestens 10 Minuten bequem ausruhen. Kinder sprechen gut darauf an.

Außerdem gibt es pflanzliche Wirkstoffe, homöopathisch aufbereitet, die bei migräneartigen Kopfschmerzen eingesetzt. Dazu gehören Gelsemium, Sanguinaria, Iris, Nux vomica oder Cocculus, wie etwa in Migräne-Echtroplex.

Ein pflanzlicher Extrakt aus der Wurzel der Pestwurz (lat. Petasites hybridus) besitzt schmerzstillende, krampflösende und entspannende Eigenschaften.

Reichen Hausmittel bei Migräne aus?

Bei einer mittelstarken oder starken Migräneattacke helfen viele Hausmittel oder nichtmedikamentösen Maßnahmen meist nicht mehr ausreichend. Schmerzmittel oder Triptane sollten deshalb frühzeitig und ausreichend hoch dosiert eingenommen werden.

Wer chronisch unter Kopfschmerzen leidet, sollte ein Kopfschmerztagebuch führen: Hier wird unter anderem notiert, welche Umstände die Schmerzen auslösen könnten - so lassen sie sich leichter vermeiden.

SOS-Tipps gegen Kopfschmerzen

  • Zitrone fördert die körpereigene Schmerzdämpfung. Vielen Betroffen hilft ein Espresso mit Zitrone, um Kopfschmerzen und Migräne abzuwehren.
  • Ruhe und ein abgedunkelter Raum beruhigen das Gehirn.
  • Kinder, die in der Regel kürzere Anfälle als Erwachsene haben, hilft häufig Schlaf, die Attacke zu beenden.
  • Essen und trinken Sie regelmäßig. Unterzuckerung ist ein häufiger Auslöser für Kopfschmerzen und Migräne. Wasser spült die Zellen und unterstützt die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten.
  • Nehmen Sie ausreichend Kohlenhydrate zu sich, denn das Gehirn kann Energie am besten aus Kohlenhydraten gewinnen.
  • Schlafen Sie regelmäßig und zu den gleichen Uhrzeiten. Versuchen Sie, immer zur gewohnten Uhrzeit aufzustehen, auch am Wochenende, für einen stabilen Rhythmus.
  • Bewegung wie Joggen, Radfahren oder Entspannungsverfahren wie Yoga bauen Spannungen ab und stärken das Nervensystem.