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Kopfschmerzen Schläfe

Kopfschmerzen Schläfe links oder rechts? Beidseitige Schmerzen können gefährlich sein. Migräne oder Cluster Kopfschmerzen? Wir klären auf.
Mann und Frau sitzen auf Bettkante, Mann hat Wasser in der Hand, Frau hält mit rechter Hand seitlich an die Stirn

Kopfschmerzen an der Schläfe – Ratgeber & Tipps

Ob pochend, stechend oder drückend – Kopfschmerzen an der Schläfe sind weit verbreitet. Doch was steckt dahinter? Ob Spannungskopfschmerz, Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen: Die Ursachen können vielfältig sein. In diesem Ratgeber erfährst du, was seitliche Kopfschmerzen bedeuten können, wann du zum Arzt solltest – und welche Hausmittel und Maßnahmen dich unterstützen können.

Kopschmerzen Schläfe Ursachen

Schmerzen an der Schläfe können viele verschiedene Ursachen haben – von harmlosen Verspannungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen, die ärztliche Aufmerksamkeit erfordern. Medizinisch unterscheidet man grundsätzlich zwischen primären Kopfschmerzen (ohne zugrundeliegende Erkrankung) und sekundären Kopfschmerzen (als Folge einer anderen Erkrankung).

Die häufigsten Ursachen im Überblick: 

 
Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzform in Deutschland: dumpf-drückend, oft beidseitig und häufig an Schläfen, Stirn oder Hinterkopf auftretend. Ursache ist vermutlich eine Fehlsteuerung im zentralen Schmerzsystem – nicht, wie oft angenommen, in erster Linie Muskelverspannungen.
 
In Deutschland leiden rund 8–10 Millionen Menschen an Migräne - Frauen deutlich häufiger als Männer.1 Die Schmerzen sind typischerweise einseitig, pulsierend und oft im Schläfenbereich lokalisiert. Begleitet werden sie von Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Auslöser ist die Aktivierung des trigeminovaskulären Systems, bei der der Botenstoff CGRP eine zentrale Rolle spielt.2
 
Cluster-Kopfschmerzen gehören zu den schwersten Kopfschmerzerkrankungen: streng einseitig, intensiv, 15–180 Minuten lang und bis zu achtmal täglich. In Deutschland sind rund 120.000 Menschen betroffen, Männer dreimal häufiger als Frauen.1
 

Weitere Ursachen

Neben den genannten Hauptursachen können auch folgende Faktoren Schmerzen an der Schläfe auslösen:
  • Kiefergelenksprobleme (CMD) und Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Stress und Schlafmangel
  • Dehydration (Flüssigkeitsmangel)4
  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie )
  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz bei häufiger Einnahme von Schmerzmitteln
  • Arteriitis temporalis
 
Arteriitis temporalis 
Die Arteriitis temporalis ist eine seltene, aber ernstzunehmende Entzündung der Schläfenarterie und tritt fast ausschließlich nach dem 50. Lebensjahr auf. Typisch sind plötzlich auftretende, starke Schläfenschmerzen, Schmerzen beim Kauen und Sehstörungen. Ohne Behandlung kann es zu schwerwiegenden Komplikationen wie Sehverlust kommen – die Erkrankung gilt als medizinischer Notfall.
 

Kopschmerzen an der Schläfe - was tun?

Wer unter Kopfschmerzen an der Schläfe leidet, sollte im ersten Schritt die Ursache ärztlich abklären lassen – denn die richtige Behandlung hängt entscheidend von der zugrundeliegenden Kopfschmerzform ab. Im Arztgespräch werden Schmerzcharakter, Häufigkeit, Begleitsymptome und mögliche Auslöser erfragt; bei Bedarf folgen körperliche Untersuchungen oder weiterführende Diagnostik, um sekundäre Ursachen auszuschließen.

Liegt eine primäre Kopfschmerzerkrankung wie Spannungskopfschmerz, Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen vor, stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung – von akuter Schmerztherapie über Entspannungsverfahren und Physiotherapie bis hin zur medikamentösen Prophylaxe.

Besteht der Verdacht auf Migräne lohnt sich ein Blick auf den Nährstoffhaushalt: Migränepatienten haben häufig einen erhöhten Bedarf an Magnesium, Riboflavin (Vitamin B2) und Coenzym Q103. Migravent® wurde als Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke speziell zum Diätmanagement bei Migräne entwickelt. Es liefert neben Magnesium, Riboflavin (Vitamin B2) und Coenzym Q10 weitere wichtige Mikronährstoffe und Bioflavonoide. Die Zusammensetzung wurde in einer klinischen Studie getestet (Gaul et al., 2015)3.Die Einnahme sollte regelmäßig und nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

 

Kopfschmerzen Schläfe Hausmittel

Nicht immer ist bei Kopfschmerzen an der Schläfe sofort ein Schmerzmittel nötig. Verschiedene Hausmittel können – je nach Ursache – dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern. Wichtig: Hausmittel eignen sich vor allem bei leichten, gelegentlichen Beschwerden. Bei häufigen oder starken Schmerzen sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. 

Das Auftragen von 10-prozentigem Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen ist wissenschaftlich gut belegt: Klinische Studien zeigen eine vergleichbare Wirkung wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure5 – die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat es daher in ihre Leitlinien aufgenommen.8
Hinweis: Pfefferminzöl darf nicht unverdünnt angewendet werden und ist zudem ungeeignet für Kleinkinder, Säuglinge und Asthmatiker.
 
Bei Migräne wirken kühle Kompressen an Schläfe oder Nacken oft lindernd; bei Spannungskopfschmerzen hingegen kann Wärme im Nackenbereich helfen.
 
Dreimal wöchentlich 30 Minuten moderater Ausdauersport kann Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzen reduzieren – und ist laut einer schwedischen Studie (2011) ähnlich wirksam wie eine medikamentöse Migräneprophylaxe.
 
Die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson ist wissenschaftlich anerkannt und wird von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zur Vorbeugung von Migräne und Spannungskopfschmerzen empfohlen.
 
Gezielter Fingerdruck auf bestimmte Punkte an Schläfen, Augenbrauen und Nasenrücken kann Kopfschmerzen lindern. Regelmäßig angewendet, kann Akupressur auch die Häufigkeit von Kopfschmerzen reduzieren.
 
Koffein verengt erweiterte Blutgefäße im Gehirn – ein Mechanismus, der besonders bei Migräne relevant ist, da sich die Gefäße dort während einer Attacke weiten. Wichtig: Dieser Effekt tritt vor allem bei Menschen auf, die nicht regelmäßig Kaffee trinken. Bei Vieltrinkern kann ein Koffeinentzug selbst Kopfschmerzen auslösen.
 

Kopfschmerzen an der rechten Schläfe

Schmerzen ausschließlich an der rechten Schläfe sind in den meisten Fällen auf Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen zurückzuführen. Bei Migräne sind die Schmerzen pulsierend und pochend, verstärken sich bei Bewegung und gehen oft mit Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher. Cluster-Kopfschmerzen äußern sich als bohrend-stechende, intensive Schmerzen hinter dem Auge oder an der Schläfe – häufig begleitet von einem tränenden Auge oder laufender Nase.

Weitere mögliche Ursachen für rechtsseitige Schläfenschmerzen sind:

  • Kiefergelenksdysfunktion (CMD) bzw. Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Arteriitis temporalis – besonders bei Personen über 50 Jahren
  • Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
  • Sinusitis der rechten Stirnhöhle

Treten die Schmerzen plötzlich und ungewohnt stark auf oder gehen sie mit Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder Sprachproblemen einher, ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich.

Kopfschmerzen an der linken Schläfe

Kopfschmerzen an der linken Schläfe haben grundsätzlich dieselben Ursachen wie rechtsseitige Beschwerden – medizinisch gibt es keinen wissenschaftlich belegten Unterschied zwischen den beiden Seiten. Auch hier sind Migräne und Cluster-Kopfschmerzen die häufigsten Auslöser. Da Migräne die Seite wechseln kann, sind linksseitige Attacken genauso typisch wie rechtsseitige. Bei Cluster-Kopfschmerzen gilt: Ist die linke Seite betroffen, bleibt sie es in der Regel dauerhaft – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Migräne.

Ergänzende Ursachen 

  • Spannungskopfschmerzen
  • zervikogene Kopfschmerzen durch Verspannungen der Halswirbelsäule
  • Kiefergelenksprobleme
  • Arteriitis temporalis der linken Schläfenarterie 

 

Auch hier gilt: Neu auftretende, ungewohnt starke oder von neurologischen Symptomen begleitete Schmerzen müssen umgehend ärztlich abgeklärt werden.

 

Schmerzen an den Schläfen beidseitig

Beidseitige Schläfenschmerzen sind in den meisten Fällen ein Hinweis auf einen Spannungskopfschmerz – dieser ist typischerweise dumpf-drückend, ohne Verstärkung bei Bewegung und geht nicht mit Übelkeit einher. Häufige Auslöser sind Stress, Schlaf- und Bewegungsmangel.

Obwohl Migräne klassischerweise einseitig auftritt, kann sie in manchen Fällen – besonders bei chronischem Verlauf – auch beidseitig wahrgenommen werden. Cluster-Kopfschmerzen hingegen treten definitionsgemäß streng einseitig auf und scheiden als Ursache für beidseitige Schmerzen aus.

Sind Schläfen-Schmerzen Migräne oder Cluster Kopfschmerzen?

Beide Erkrankungen wurden bereits in den vorangegangenen Abschnitten ausführlich beschrieben. Hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale auf einen Blick:

Merkmal Migräne Cluster-Kopschmerzen
Schmerzcharakter Pulsierend, Pochend Bohrend, stechend
Lokalisation Einseitig (wechselnd) oder beidseitig Streng einseitig, immer gleiche Seite
Attackendauer 4 - 72 Stunden 15–180 Minuten
Häufigkeit Wenige bis mehrere Tage/Monat Bis zu 8× täglich
Begleitsymptome Übelkeit, Licht-/ Geräuschempfindlichkeit Tränendes Auge, laufende Nase, hängendes Augenlid
Verhalten Rückzug, Ruhe Unruhe, Bewegungsdrang
Betroffene Häufiger Frauen Häufiger Männer

Stechende Kopschmerzen seitlich neben den Augen

Stechende Schmerzen seitlich neben den Augen sind ein häufiges, aber oft missverstandenes Symptom. Medizinisch kommen vor allem drei Ursachen in Betracht:

  • Migräne mit periorbitaler Lokalisation 
  • Cluster-Kopfschmerzen 
  • Primärer stechender Kopfschmerz (Ice-Pick-Headache) - eine eigenständige Kopfschmerzerkrankung (ICD-10: G44.8) mit messerscharfen Stichen von nur 1–3 Sekunden Dauer, ohne autonome Begleitsymptome 

 

Kopfschmerzen Schläfe Kind

Kopfschmerzen sind auch bei Kindern weit verbreitet: Laut einer deutschen Studie leiden mehr als 52 % der Schulkinder unter Spannungskopfschmerzen, 12 % unter Migräne.6

Spannungskopfschmerz ist die häufigste Form – der Schmerz ist dabei typischerweise dumpf-drückend, beidseitig an Schläfen oder Stirn lokalisiert und meist ausgelöst durch Schulstress, Schlaf- oder Bewegungsmangel.

Kindermigräne unterscheidet sich deutlich von der Erwachsenenmigräne: Die Schmerzen sind häufig beidseitig, dauern oft kürzer als bei Erwachsenen an und treten vor der Pubertät bei Jungen und Mädchen gleich häufig auf. Eine genetische Komponente ist belegt – leidet ein Elternteil an Migräne, ist das Risiko für das Kind deutlich erhöht.7

 

Tipps bei stechenden Schmerzen an der Schläfe

Stechende Schmerzen an der Schläfe treten oft blitzartig auf und klingen so schnell wieder ab, dass eine akute medikamentöse Behandlung in den meisten Fällen gar nicht möglich ist. Trotzdem kann auf bewährte Maßnahmen zurückgegriffen werden – auch um langfristig vorzubeugen. Eine Auswahl an Hausmitteln, mit möglichem prophylaktischem Nutzen, haben wir bereits weiter oben zusammengestellt.

 

FAQ - Schläfen Schmerzen links, rechts & beidseitig

In den meisten Fällen sind Schläfenschmerzen harmlos und auf Spannungskopfschmerz oder Migräne zurückzuführen. Als Warnsignal zu werten sind sie, wenn sie plötzlich und ungewohnt stark auftreten oder von Sehstörungen, Lähmungen oder Bewusstseinstrübung begleitet werden – dann ist sofort ärztliche Hilfe erforderlich.

Spätestens dann, wenn die Schmerzen erstmalig sehr stark auftreten, sich das Muster verändert, sie regelmäßig wiederkehren oder von Symptomen wie Sehstörungen, Übelkeit, Fieber, Nackenstarre oder Lähmungen begleitet werden.

Migränepatienten haben häufig einen erhöhten Bedarf an Magnesium, Riboflavin (Vitamin B2) und Coenzym Q10.3 Migravent® wurde speziell zum Diätmanagement bei Migräne entwickelt und enthält neben Magnesium, Riboflavin (Vitamin B2) und Coenzym Q10 weitere wertvolle Mikronährstoffe und Bioflavonoide. Die Anwendung sollte immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Bohrende Schmerzen um die Augen sind das Leitsymptom der Cluster-Kopfschmerzen – streng einseitig, intensiv und begleitet von autonomen Symptomen wie tränendem Auge oder laufender Nase. Auch der primäre stechende Kopfschmerz (Ice-Pick-Headache) kann sich so äußern, dauert jedoch nur wenige Sekunden.

Pulsierende Schmerzen an der Schläfe sind das klassische Merkmal der Migräne. Seltener kann auch eine Arteriitis temporalis – eine Entzündung der Schläfenarterie – pulsierenden Schmerz verursachen, besonders bei Personen über 50 Jahren.

Für Ruhe sorgen (oder: Sich hinlegen und ausruhen), ausreichend trinken4 und Pfefferminzöl sanft auf die Schläfen auftragen.5 Kühle Kompressen können ebenfalls helfen. Hält der Schmerz an oder ist er ungewohnt stark, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Nicht zwangsläufig – aber Migräne ist eine der häufigsten Ursachen für einseitige Schläfenschmerzen. Typisch für Migräne sind pulsierende Schmerzen, die sich bei Bewegung verstärken und von Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden. Eine sichere Diagnose kann nur ein Arzt stellen.

1 Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) – Unterversorgte Kopfschmerzarten
2 Ganser B., Leis S. – Ätiologie und Pathogenese der Migräne. psychopraxis. neuropraxis, 2020
3 Gaul C., Diener HC., Danesch U. et al. – Improvement of migraine symptoms with a proprietary supplement containing riboflavin, magnesium and Q10: a randomized, placebo-controlled, double-blind, multicenter trial. J Headache Pain 16, 32 (2015)
4 Blau J.N. et al. (2003) – Water deprivation headache: a new headache with two variants.
5 Göbel H. et al. – Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen. Der Schmerz 2016; 30:295–310
6 Schmerzklinik Kiel – Kopfschmerzen bei Kindern: Epidemiologie
7 MigräneLiga e.V. – Kopfschmerzen bei Kindern
8 Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) – Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne (S1-Leitlinie) (2025)
 

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